Bildungsgutschein - für Arbeitssuchende

Sie sind arbeitslos und haben das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken? Nach zig Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen und ebenso vielen Absagen wird Ihnen deutlich, dass Sie kaum eine Chance auf Festanstellung haben, wenn Sie nicht Ihre Computerkenntnisse verbessern oder Ihre Englischkenntnisse ausbauen? Dann könnten Sie die richtige Kandidatin oder der richtige Kandidat für einen Bildungsgutschein von der Arbeitsagentur sein (ehemals Arbeitsamtkurse, Weiterbildung vom Arbeitsamt). Zum Beispiel für Computertraining und Sprachkurse - oft auch bei Umschulung.. 

War es früher relativ klar, wie und wann das damalige Arbeitsamt Bildungsmaßnahmen förderte, ist es heute komplizierter. Seit dem Jahr 2003 gibt es den Bildungsgutschein. Die Beantragung eines Bildungsgutscheins und dessen spätere Einlösung sind an verschiedene Bedingungen geknüpft und mit verschiedenen Möglichkeiten verbunden. Was Sie tun müssen oder tun können, wenn Sie einen Bildungsgutschein bekommen möchten oder wenn Sie bereits einen Bildungsgutschein haben, zeigen wir Ihnen hier.

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Wie bekomme ich einen Bildungsgutschein?

Der Bildungsgutschein wird von Ihrer Arbeitsagentur vergeben. Wenn Sie Arbeitslosengeld II bekommen, ist Ihr jeweiliger Leistungsträger – in Hamburg die ARGE bzw. das „team.arbeit.hamburg“ zuständig. Es ist eine so genannte „Kann-Leistung“, das bedeutet, dass niemand einen Anspruch auf einen Bildungsgutschein hat. Ob Sie einen Bildungsgutschein bekommen oder nicht, entscheidet Ihr zuständiger Berater bzw. Vermittler.

Gute Argumente

Helga Wolff, Beraterin bei der Arbeitslosen-Telefonhilfe, veranschaulicht das Problem: „Es kann passieren, dass eine Freundin von Ihnen einen Bildungsgutschein bekommt, Sie aber bekommen keinen – selbst dann, wenn Sie beide die selbe Berufsausbildung haben und alle anderen Bedingungen vergleichbar sind.“ Rechtlich können Sie wenig dagegen unternehmen. Helfen können vor allem gute Argumente. 

Bevor Sie sich um einen Bildungsgutschein bemühen, klären Sie zunächst die Bedingungen: Vergeben werden kann ein Bildungsgutschein an alle, die arbeitslos sind, egal ob sie Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II bekommen. Auch Personen, die zwar noch Arbeit haben, aber akut von Arbeitslosigkeit bedroht sind, können eventuell einen Bildungsgutschein erhalten. Schwierig wird es bei der Begründung: Warum ausgerechnet Sie? - Eine wichtige Bedingung für den Bildungsgutschein ist, dass sie ohne ihn (bzw. ohne die entsprechende Trainings- oder Bildungsmaßnahme) keine Chance auf Vermittlung in eine Festanstellung haben. Das ist schwer zu beweisen, also kommt hier alles auf eine gute Begründung an. Ähnlich sieht es bei einer weiteren Bedingung aus: Die Bildungs- oder Trainingsmaßnahme soll dazu führen, dass Sie hinterher eine Festanstellung bekommen. Häufig argumentieren die Berater: „Finden Sie einen Arbeitgeber, der Sie nach Abschluss der Maßnahme garantiert einstellt, dann bekommen Sie den Bildungsgutschein“.

Gibt es andere Möglichkeiten?

Wegen knapper Kassen und straffer Vorgaben wird Weiterbildung durch die Arbeitsagenturen nicht mehr so umfangreich gefördert wie früher. Darüber hinaus, so die Erfahrung von Arbeitslosen-Telefonhilfe-Beraterin Helga Wolff, „neigen die Agenturen eher dazu, Gutscheine für kürzere und kostengünstigere Trainingsmaßnahmen zu vergeben.“ Trainingsmaßnahmen dauern meist einige Wochen und haben eher Grundqualifizierung wie Erwerb von Computerkenntnissen oder Selbstvermarktung bzw. Bewerbungstraining zum Ziel – im Gegensatz zu umfangreicheren Weiterbildungsmaßnahmen, die auch mal sechs Monate dauern können. 

In Einzelfällen kommen Alternativen zum Bildungsgutschein in Betracht. Umfangreichere Umschulungen beispielsweise können im Rahmen von „Maßnahmen zur Wiedereingliederung in den Beruf“ (so genannte berufliche Rehabilitation) realisiert werden – wenn die persönlichen (gesundheitlichen) Verhältnisse das erforderlich machen.

 

Beratungsgespräch bei der Arbeitsagentur: Wie bereiten ich mich vor?

Da bei der Vergabe des Bildungsgutscheins alles von der Entscheidung Ihres zuständigen Vermittlers bzw. Beraters abhängt, liefern Sie ihm gute Argumente. So wird ihm die Entscheidung für einen Bildungsgutschein hoffentlich leicht fallen. Am besten, Sie formulieren einen schriftlichen Antrag. Das rät auch Helga Wolff von der Arbeitslosen-Telefonhilfe: „Beschreiben Sie detailliert Ihre Ausbildung, Ihre Berufserfahrung, Ihre Kenntnisse und Qualifikationen – und begründen Sie, warum Sie damit keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.“ Dann empfiehlt sie ihren ratsuchenden Anruferinnen und Anrufern, persönlich bei der Arbeitsagentur oder ARGE vorzusprechen. „Lassen Sie das Schreiben erst mal in der Tasche“, sagt Helga Wolff, „wenn es gut läuft, bekommen Sie Ihren Gutschein nach dem Gespräch.“ Wenn es nicht so gut läuft, können Sie den Antrag nun gleich schriftlich einreichen. Schriftliche Argumente wiegen oft mehr. „Bitten Sie darum, auch die Entscheidung in schriftlicher Form zu bekommen“, empfiehlt Helga Wolff – dann ist es leichter, dagegen Widerspruch einzulegen. 

Ein persönliches Beratungsgespräch ist auf jeden Fall nötig: „Zur Feststellung, ob für Sie eine Weiterbildung wegen eines Qualifikationsdefizits notwendig ist, sollte die Beratung durch die Agentur für Arbeit möglichst frühzeitig erfolgen.“

Wie erfolgt die Bildungszielplanung?

Wenig Einfluss haben Sie auf das Thema Bildungszielplanung. Jährlich planen die Arbeitsagenturen, welche Bildungsziele gefördert werden sollen. Anhand der Beobachtung des Arbeitsmarktes und der Arbeitsmarktentwicklung wird festgelegt, welche Bildungsziele förderungswürdig sind und welche nicht. Dieser Planung liegt die Überlegung zugrunde, dass es nicht sinnvoll ist, Weiterbildungen zu finanzieren, wenn absehbar ist, dass im entsprechenden Berufsfeld später keine Beschäftigungsaussichten zu erwarten sind. 

Im Gegensatz zu anderen Arbeitsagenturen veröffentlicht die Hamburger Arbeitsagentur ihre Bildungszielplanung nicht im Internet. Geplant wird – zumindest andernorts – sehr detailliert, in welchem Quartal wie viele Bildungsgutscheine für einzelne Berufsfelder (bzw. entsprechende Bildungsziele) ausgeteilt werden sollen. Ein Beispiel für die Bildungszielplanung in Elmshorn, nordwestlich von Hamburg, finden Sie auf den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit: Bildungszielplanung Elmshorn (PDF-Datei). 

Wie hoch die Erfolgsaussichten sind, für ein bestimmtes Berufsfeld/Bildungsziel einen Bildungsgutschein zu erhalten, hängt also auch wesentlich von der aktuellen Bildungszielplanung ab. Auch wenn Sie die genaue Bildungszielplanung nicht genau kennen, können Sie mit etwas gesundem Menschenverstand ein wenig abschätzen, welche Bildungsziele vermutlich gefördert werden: Verfolgen Sie die regionalen Wirtschaftsmeldungen („Callcenter-Boom“ oder „Verlag XY pleite – 400 Angestellte arbeitslos“ usw.) und die (branchenbezogene) Arbeitsmarktentwicklung in den Medien.

Ich habe den Gutschein - und nun?

Wie geht es weiter, wenn Sie einen Bildungsgutschein erhalten haben? - Früher war es üblich, dass Sie von Ihrem Arbeitsamt zu einer ganz bestimmten Bildungsmaßnahme bei einer festgelegten Einrichtung geschickt wurden. Heute, mit dem Bildungsgutschein, haben Sie mehr Möglichkeiten: Festgelegt ist jetzt nur noch (mehr oder weniger genau) das Bildungsziel, also gewissermaßen der „Abschluss“ der geförderten Weiterbildung. Die Einrichtung, bei der Sie die Maßnahme absolvieren, können bzw. müssen Sie sich selbst suchen. Ob Sie das als Freiheit empfinden oder als Druck, ist wohl individuell sehr unterschiedlich. Jedenfalls will die Arbeitsagentur so Ihre Eigeninitiative fördern. 

Neben dem Bildungsziel wird im Bildungsgutschein festgehalten, wie lange er gültig ist (bis wann Sie ihn also eingelöst haben müssen), wie lange die Bildungsmaßnahme höchstens dauern darf und ob sie in Teil- oder Vollzeit absolviert werden soll sowie ein paar andere Details.

 

Wie kann ich selber aktiv werden?

Sie müssen natürlich nicht warten, bis Sie Ihren Bildungsgutschein in der Hand haben, bevor Sie sich auf die Suche nach einem passenden Bildungsangebot machen. Wenn Sie sich rechtzeitig informieren, wenn Sie eine Vorstellung davon haben, was Sie wollen, haben Sie in der Beratung bei Arbeitsagentur oder ARGE einen viel größeren Einfluss auf das mögliche „Bildungsziel“ als wenn Sie abwarten, was Ihnen vorgeschlagen wird. Wichtig ist nur, dass Sie nicht mit einer Bildungsmaßnahme beginnen, bevor Sie überhaupt einen Bildungsgutschein bekommen haben. Denn in diesem Fall würden Sie sich fast sicher Ärger mit Ihrem Berater und Sanktionen in Form von Leistungskürzungen oder Sperrzeiten einhandeln.

 

Während der Bildungsmaßnahme werden durch den Bildungsgutschein in der Regel die Kosten der Bildungsmaßnahme einschließlich der erforderlichen Lernmittel (Bücher usw.) übernommen. Auch Fahrtkosten und, wenn Sie auswärtig untergebracht werden müssen, Übernachtungskosten werden Ihnen bezahlt, ebenso ggf. Kosten für Kinderbetreuung. Wenn nötig, erhalten Sie von Ihrem Bildungsträger Arbeits- bzw. Schutzkleidung. Parallel bekommen Sie wie gewohnt Ihr Arbeitslosengeld I oder II. Ihre Rechte und Pflichten gleichen weitgehend denen, die Sie auch sonst als Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II haben. Bekommen Sie Arbeitslosengeld I, so sinkt Ihre Anspruchsdauer während der Weiterbildung nur halb so schnell. Zwei Tage Weiterbildung zählen – bezogen auf die Anspruchsdauer – wie ein Tag ohne Weiterbildung. Haben Sie also beispielsweise noch einen Anspruch von sechs Monaten und absolvieren eine zweimonatige Schulung, dann haben Sie nach den zwei Monaten nicht vier sondern noch fünf weitere Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld I, weil von den zwei Monaten nur einer auf die Anspruchsdauer angerechnet wird. Ein Restanspruch von 30 Tagen oder weniger kann während einer geförderten Weiterbildung gar nicht „aufgebraucht“ werden.

 

Weitere Informationen zu Bildungsgutschein und Fortbildung Arbeitsagentur unter Tel.-Nr. 040-48 50 99 0.

Bildungsprämie

Erhalten Sie bis zu € 500,- vom Fiskus mit uns als anerkannter Einrichtung der Erwachsenenbildung!

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Was ist die Bildungsprämie?

Kurse in der beruflichen Weiterbildung werden von der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland zu 50 Prozent gefördert – Sie können maximal bis zu € 500,- erhalten für von Ihnen frei gewählte Weiterbildungen (beispielsweise Sprach- und Computerkurse).  Berufstätige – Angestellte und Selbständige – können dafür einen sogenannten Prämiengutschein beantragen. Sie können Ihren Prämiengutschein im Wert von bis zu € 500,- bei uns als zertifizierter Einrichtung der Weiterbildung einlösen.

 

Was muss ich noch beachten?

Die Weiterbildung darf zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen worden sein.

Die Fortbildung muss aber innerhalb von sechs Monaten nach Ausstellung des Prämiengutscheins begonnen werden.

Die Fortbildung kostet maximal € 1.000.

Die Höhe des Einkommens wird durch Vorlage eines Steuerbescheides für eines der beiden zurückliegenden Jahre oder durch eine Prognose von einem Steuerberater für das laufende Jahr  nachgewiesen. Auch ist die Vorlage einer Einkommensbescheinigung durch den Arbeitgeber möglich.

Der Antrag muss bis Dezember 2017gestellt werden (Stand: August 2015).

Die Beratungsstelle verlangt, dass ihr die Adressen zweier weiterer Bildungseinrichtungen vorgelegt werden, die eine entsprechende Fortbildung anbieten.

 

Welche Bedingungen müssen Sie erfüllen?

Sie sind mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig – egal, ob angestellt oder selbständig. Unter Umständen können auch Mütter und Väter in Elternzeit einen Prämiengutschein erhalten.

Sie sind mindestens 25 Jahre alt.

Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen liegt unter € 20.000 (bei Ehepaaren zusammen € 40.000).

Sie übernehmen 50 Prozent der Kursgebühren.

Wie bekomme ich die Bildungsprämie?

Sie rufen uns an und wir informieren Sie gratis und unverbindlich über alle Details  der Bildungsprämie und unser reichhaltiges Angebot an Computer- und Sprachkursen. Telefon: 040-4850990

Sie suchen eine Beratungsstelle auf, die die Prämiengutscheine ausgibt, z.B. Weiterbildung Hamburg e.V. am Steindamm 91 (Öffnungszeiten 11:00 bis 19:00 Uhr). Eine Liste aller Beratungsstellen sowie die zentrale Telefonnummer finden Sie weiter unten.

Mit dem Prämiengutschein kommen Sie zu uns und buchen Ihren Kurs. So leicht geht das!

Übrigens:

 

Sie dürfen jedes Kalenderjahr einen Prämiengutschein beantragen.

Sie können Ihre Bildungsprämie mit Ihrem Bildungsurlaub (in Schleswig-Holstein: Bildungsfreistellung) kombinieren!

Es können mit einem Prämiengutschein auch mehrere kurze Kurse zum gleichen Thema gefördert werden, beispielsweise unsere Computer-Wochenendkurse.

Wenn Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen über € 20.000 liegt, erhalten Sie zwar keine Bildungsprämie, können aber den Weiterbildungsbonus beantragen oder vom Staat ein Bildungsdarlehen erhalten.

Wo ist meine zuständige Beratungsstelle?Ihre Beratungsstelle erfahren Sie unter dieser Nummer: 0800/26 23 000.

Wie bekomme ich einen Bildungsgutschein?

Der Bildungsgutschein wird von Ihrer Arbeitsagentur vergeben. Wenn Sie Arbeitslosengeld II bekommen, ist Ihr jeweiliger Leistungsträger – in Hamburg die ARGE bzw. das „team.arbeit.hamburg“ zuständig. Es ist eine so genannte „Kann-Leistung“, das bedeutet, dass niemand einen Anspruch auf einen Bildungsgutschein hat. Ob Sie einen Bildungsgutschein bekommen oder nicht, entscheidet Ihr zuständiger Berater bzw. Vermittler.

Gute Argumente

Helga Wolff, Beraterin bei der Arbeitslosen-Telefonhilfe, veranschaulicht das Problem: „Es kann passieren, dass eine Freundin von Ihnen einen Bildungsgutschein bekommt, Sie aber bekommen keinen – selbst dann, wenn Sie beide die selbe Berufsausbildung haben und alle anderen Bedingungen vergleichbar sind.“ Rechtlich können Sie wenig dagegen unternehmen. Helfen können vor allem gute Argumente. 

Bevor Sie sich um einen Bildungsgutschein bemühen, klären Sie zunächst die Bedingungen: Vergeben werden kann ein Bildungsgutschein an alle, die arbeitslos sind, egal ob sie Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II bekommen. Auch Personen, die zwar noch Arbeit haben, aber akut von Arbeitslosigkeit bedroht sind, können eventuell einen Bildungsgutschein erhalten. Schwierig wird es bei der Begründung: Warum ausgerechnet Sie? - Eine wichtige Bedingung für den Bildungsgutschein ist, dass sie ohne ihn (bzw. ohne die entsprechende Trainings- oder Bildungsmaßnahme) keine Chance auf Vermittlung in eine Festanstellung haben. Das ist schwer zu beweisen, also kommt hier alles auf eine gute Begründung an. Ähnlich sieht es bei einer weiteren Bedingung aus: Die Bildungs- oder Trainingsmaßnahme soll dazu führen, dass Sie hinterher eine Festanstellung bekommen. Häufig argumentieren die Berater: „Finden Sie einen Arbeitgeber, der Sie nach Abschluss der Maßnahme garantiert einstellt, dann bekommen Sie den Bildungsgutschein“.

Gibt es andere Möglichkeiten?

Wegen knapper Kassen und straffer Vorgaben wird Weiterbildung durch die Arbeitsagenturen nicht mehr so umfangreich gefördert wie früher. Darüber hinaus, so die Erfahrung von Arbeitslosen-Telefonhilfe-Beraterin Helga Wolff, „neigen die Agenturen eher dazu, Gutscheine für kürzere und kostengünstigere Trainingsmaßnahmen zu vergeben.“ Trainingsmaßnahmen dauern meist einige Wochen und haben eher Grundqualifizierung wie Erwerb von Computerkenntnissen oder Selbstvermarktung bzw. Bewerbungstraining zum Ziel – im Gegensatz zu umfangreicheren Weiterbildungsmaßnahmen, die auch mal sechs Monate dauern können. 

In Einzelfällen kommen Alternativen zum Bildungsgutschein in Betracht. Umfangreichere Umschulungen beispielsweise können im Rahmen von „Maßnahmen zur Wiedereingliederung in den Beruf“ (so genannte berufliche Rehabilitation) realisiert werden – wenn die persönlichen (gesundheitlichen) Verhältnisse das erforderlich machen.

 

Beratungsgespräch bei der Arbeitsagentur: Wie bereiten ich mich vor?

Da bei der Vergabe des Bildungsgutscheins alles von der Entscheidung Ihres zuständigen Vermittlers bzw. Beraters abhängt, liefern Sie ihm gute Argumente. So wird ihm die Entscheidung für einen Bildungsgutschein hoffentlich leicht fallen. Am besten, Sie formulieren einen schriftlichen Antrag. Das rät auch Helga Wolff von der Arbeitslosen-Telefonhilfe: „Beschreiben Sie detailliert Ihre Ausbildung, Ihre Berufserfahrung, Ihre Kenntnisse und Qualifikationen – und begründen Sie, warum Sie damit keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.“ Dann empfiehlt sie ihren ratsuchenden Anruferinnen und Anrufern, persönlich bei der Arbeitsagentur oder ARGE vorzusprechen. „Lassen Sie das Schreiben erst mal in der Tasche“, sagt Helga Wolff, „wenn es gut läuft, bekommen Sie Ihren Gutschein nach dem Gespräch.“ Wenn es nicht so gut läuft, können Sie den Antrag nun gleich schriftlich einreichen. Schriftliche Argumente wiegen oft mehr. „Bitten Sie darum, auch die Entscheidung in schriftlicher Form zu bekommen“, empfiehlt Helga Wolff – dann ist es leichter, dagegen Widerspruch einzulegen. 

Ein persönliches Beratungsgespräch ist auf jeden Fall nötig: „Zur Feststellung, ob für Sie eine Weiterbildung wegen eines Qualifikationsdefizits notwendig ist, sollte die Beratung durch die Agentur für Arbeit möglichst frühzeitig erfolgen.“

Wie erfolgt die Bildungszielplanung?

Wenig Einfluss haben Sie auf das Thema Bildungszielplanung. Jährlich planen die Arbeitsagenturen, welche Bildungsziele gefördert werden sollen. Anhand der Beobachtung des Arbeitsmarktes und der Arbeitsmarktentwicklung wird festgelegt, welche Bildungsziele förderungswürdig sind und welche nicht. Dieser Planung liegt die Überlegung zugrunde, dass es nicht sinnvoll ist, Weiterbildungen zu finanzieren, wenn absehbar ist, dass im entsprechenden Berufsfeld später keine Beschäftigungsaussichten zu erwarten sind. 

Im Gegensatz zu anderen Arbeitsagenturen veröffentlicht die Hamburger Arbeitsagentur ihre Bildungszielplanung nicht im Internet. Geplant wird – zumindest andernorts – sehr detailliert, in welchem Quartal wie viele Bildungsgutscheine für einzelne Berufsfelder (bzw. entsprechende Bildungsziele) ausgeteilt werden sollen. Ein Beispiel für die Bildungszielplanung in Elmshorn, nordwestlich von Hamburg, finden Sie auf den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit: Bildungszielplanung Elmshorn (PDF-Datei). 

Wie hoch die Erfolgsaussichten sind, für ein bestimmtes Berufsfeld/Bildungsziel einen Bildungsgutschein zu erhalten, hängt also auch wesentlich von der aktuellen Bildungszielplanung ab. Auch wenn Sie die genaue Bildungszielplanung nicht genau kennen, können Sie mit etwas gesundem Menschenverstand ein wenig abschätzen, welche Bildungsziele vermutlich gefördert werden: Verfolgen Sie die regionalen Wirtschaftsmeldungen („Callcenter-Boom“ oder „Verlag XY pleite – 400 Angestellte arbeitslos“ usw.) und die (branchenbezogene) Arbeitsmarktentwicklung in den Medien.

Ich habe den Gutschein - und nun?

Wie geht es weiter, wenn Sie einen Bildungsgutschein erhalten haben? - Früher war es üblich, dass Sie von Ihrem Arbeitsamt zu einer ganz bestimmten Bildungsmaßnahme bei einer festgelegten Einrichtung geschickt wurden. Heute, mit dem Bildungsgutschein, haben Sie mehr Möglichkeiten: Festgelegt ist jetzt nur noch (mehr oder weniger genau) das Bildungsziel, also gewissermaßen der „Abschluss“ der geförderten Weiterbildung. Die Einrichtung, bei der Sie die Maßnahme absolvieren, können bzw. müssen Sie sich selbst suchen. Ob Sie das als Freiheit empfinden oder als Druck, ist wohl individuell sehr unterschiedlich. Jedenfalls will die Arbeitsagentur so Ihre Eigeninitiative fördern. 

Neben dem Bildungsziel wird im Bildungsgutschein festgehalten, wie lange er gültig ist (bis wann Sie ihn also eingelöst haben müssen), wie lange die Bildungsmaßnahme höchstens dauern darf und ob sie in Teil- oder Vollzeit absolviert werden soll sowie ein paar andere Details.

 

Wie kann ich selber aktiv werden?

Sie müssen natürlich nicht warten, bis Sie Ihren Bildungsgutschein in der Hand haben, bevor Sie sich auf die Suche nach einem passenden Bildungsangebot machen. Wenn Sie sich rechtzeitig informieren, wenn Sie eine Vorstellung davon haben, was Sie wollen, haben Sie in der Beratung bei Arbeitsagentur oder ARGE einen viel größeren Einfluss auf das mögliche „Bildungsziel“ als wenn Sie abwarten, was Ihnen vorgeschlagen wird. Wichtig ist nur, dass Sie nicht mit einer Bildungsmaßnahme beginnen, bevor Sie überhaupt einen Bildungsgutschein bekommen haben. Denn in diesem Fall würden Sie sich fast sicher Ärger mit Ihrem Berater und Sanktionen in Form von Leistungskürzungen oder Sperrzeiten einhandeln.

 

Während der Bildungsmaßnahme werden durch den Bildungsgutschein in der Regel die Kosten der Bildungsmaßnahme einschließlich der erforderlichen Lernmittel (Bücher usw.) übernommen. Auch Fahrtkosten und, wenn Sie auswärtig untergebracht werden müssen, Übernachtungskosten werden Ihnen bezahlt, ebenso ggf. Kosten für Kinderbetreuung. Wenn nötig, erhalten Sie von Ihrem Bildungsträger Arbeits- bzw. Schutzkleidung. Parallel bekommen Sie wie gewohnt Ihr Arbeitslosengeld I oder II. Ihre Rechte und Pflichten gleichen weitgehend denen, die Sie auch sonst als Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II haben. Bekommen Sie Arbeitslosengeld I, so sinkt Ihre Anspruchsdauer während der Weiterbildung nur halb so schnell. Zwei Tage Weiterbildung zählen – bezogen auf die Anspruchsdauer – wie ein Tag ohne Weiterbildung. Haben Sie also beispielsweise noch einen Anspruch von sechs Monaten und absolvieren eine zweimonatige Schulung, dann haben Sie nach den zwei Monaten nicht vier sondern noch fünf weitere Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld I, weil von den zwei Monaten nur einer auf die Anspruchsdauer angerechnet wird. Ein Restanspruch von 30 Tagen oder weniger kann während einer geförderten Weiterbildung gar nicht „aufgebraucht“ werden.

 

Weitere Informationen zu Bildungsgutschein und Fortbildung Arbeitsagentur unter Tel.-Nr. 040-48 50 99 0.